Konzept 

Vorwort

 

„Die Freude, das Selbstwertgefühl, sich von anderen anerkannt und geliebt zu wissen, sich nützlich und fähig zu fühlen, das sind Faktoren von ungeheurer Bedeutung für die menschliche Seele. Schließlich bilden das Selbstwertgefühl und die Möglichkeit, an einer sozialen Organisation teilzuhaben, lebendige Kräfte. Und das gewinnt man nicht, indem man Lektionen auswendig lernt oder Probleme löst, die nicht mit dem praktischen Leben zu tun haben. Das Leben muß zum zentralen Punkt werden und die Bildung ein Mittel.“

(Maria Montessori)

 

Die Großtagespflege mapa, ist eine Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren.

Wir begleiten Ihre Kinder in ihrer Selbstbildung und unterstützen sie dabei, sich zu einem selbstbewussten Menschen zu entwickeln.

Kinder entdecken die Welt mit all ihren Sinnen und auf Ihre eigene Art und Weise.

Hierfür bieten wir Ihrem Kind eine liebevoll gestaltete und anregende Umgebung, welche es ihm ermöglicht, sich frei in seinem eigenen Tempo und nach seinen Interessen, mit dieser auseinander zu setzen.

 

 

Eingewöhnung nach dem Berliner-Modell

 

Während der Eingewöhnung sind wir sehr darauf bedacht, dass sich ihr Kind in unseren Räumlichkeiten wohl fühlt, orientiert und seinen Platz findet.

Für die Eingewöhnung sollten Sie sich ca. 4 Wochen Zeit nehmen, da sie bei jedem Kind unterschiedlich schnell oder langsam ablaufen wird. In den ersten Tagen wird Ihr Kind nur für wenige Stunden, immer in Begleitung eines Elternteils, unsere Großtagespflege besuchen.  

Aufgabe der Eltern ist es, dem Kind Sicherheit zu geben und es nicht zu drängen, mit anderen Kindern zu spielen oder sich vom Elternteil zu entfernen. In dieser Zeit hat es die Möglichkeit, alle neuen Eindrücke aufzunehmen und nach und nach zu verarbeiten.

 

Wenn Ihr Kind nach einigen Tagen die Nähe und Aufmerksamkeit der „anderen Erwachsenen“ sucht, Vertrauen aufbaut, sich trösten lässt und frei in der Gruppe bewegt, beginnt die Stabilisierungs -und Trennungsphase.

Die Eltern nehmen eine passive Rolle ein und ermöglichen somit dem Kind und auch den Erziehern eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.

 

Diese ist unabdingbar für eine erfolgreiche Eingewöhnung und weitere Betreuung in der Großtagespflege.

 

Die erste Trennung sollte nicht länger als eine halbe Stunde betragen. Die Reaktion ihres Kindes, während dieser Trennung, ist ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Eingewöhnung.

Zeigt sich ihr Kind wenig irritiert von der Trennung und lässt sich schnell von der Erzieherin trösten, ist die Trennung gelungen und kann nach und nach verlängert werden.

Ist dem nicht so, wird die Eingewöhnungszeit verlängert, sodass dem Kind die Sicherheit einer engen Bezugsperson weiterhin gegeben ist.

 

Nach einer erfolgreichen Trennung beginnt die letzte Phase der Eingewöhnung.

In dieser Phase bleibt Ihr Kind für mehrere Stunden ohne Sie in der Großtagespflege. Bei Bedarf sollten Sie jedoch abrufbereit sein.

Nach einer kurzen Verabschiedung am Morgen verlassen Sie die Räumlichkeiten der Großtagespflege und Ihr Kind wird nun seine neue Umgebung weiter erkunden und nähere Kontakte zu den anderen Kindern knüpfen. Nach einigen Stunden dürfen Sie Ihr Kind dann wieder abholen und gemeinsam nach Hause gehen.

Ist auch diese Phase von positiven Gefühlen geprägt, ist die Eingewöhnung beendet.

 

 

Pädagogisches Konzept

 

Das Bild des Kindes

 

“Du hast das Recht genauso geachtet zu werden, wie ein Erwachsener. Du hast das Recht, so zu sein, wie Du bist. Du musst Dich nicht verstellen und so sein, wie die Erwachsenen das wollen. Du hast das Recht auf den heutigen Tag. Jeder Tag Deines Lebens gehört Dir, keinem sonst. Du, Kind, wirst nicht erst Mensch, Du bist Mensch.“

(Janusz Korezak)

 

Wir bei mapa legen großen Wert auf einen liebevollen und kindorientierten Alltag.

Maria Montessori ist uns hierbei ein Vorbild und demnach bieten wir Ihrem Kind eine sichere und freie Umgebung.

Ihre Kinder dürfen bei uns Ihren Bedürfnissen nachgehen.

Sich künstlerisch betätigen, spielen, ihre Phantasie entdecken und sich von ihr beflügeln lassen. Kinder bilden sich in Ihrem eigenen Tempo fort, lernen spielerisch und brauchen dafür einen geeigneten Raum.

Diesen haben ihre Kinder bei uns. Ob in unseren Räumlichkeiten, im Park oder auf dem Spielplatz.

Kinder sind kleine Entdecker, Baumeister ihrer selbst, so Montessori.

Wir bieten ihnen eine geschützte Atmosphäre und unsere Hilfe, wenn sie diese benötigen.

 

 

Nur ein uneingeschränkter Geist, kann sich frei entwickeln.

 

 

Partizipation, Eigenständigkeit und Kreativität

 

Als Konsequenz aus dem von uns beschriebenen Bild des Kindes und dem daraus abgeleitetem Verständnis unserer Rolle als Kindertagespflegepersonen legen wir besonders Wert auf die Entwicklung und Förderung von Partizipation, Eigenständigkeit und Kreativität in einem familiären Kontext. Die Kinder sollen lernen, dass sie mitbestimmen und -gestalten können. Dies hat vor allem die Intention, dass das Selbstbewusstsein der Kinder durch eigene Entscheidungen gestärkt wird. Sie erleben Selbstwirksamkeit und entwickeln sich zu eigenständigen, selbstbestimmten Menschen.

Kinder sind kompetente Akteure der eigenen Entwicklung. Sie setzen sich von Beginn ihres Lebens an aktiv und aus eigenem Antrieb mit ihrer sozialen und materiellen Umwelt auseinander und erlernen dadurch auch Eigenständigkeit. Dabei treffen sie immerzu wichtige Entscheidungen für ihr zukünftiges Leben. Partizipation bedeutet Mitbestimmung und Beteiligung der Kinder an allen sie betreffenden Angelegenheiten. In unserem Morgenkreis oder beim Essen haben die Kinder z. B. die Möglichkeit, Vergangenes zu reflektieren, Probleme zu benennen und Lösungsvorschläge zu machen, von schönen Erlebnissen zu berichten und sich an der Planung für die nächsten Wochen zu beteiligen. Feste Themen werden z. B. die Auswahl des Mittagessens sein. Dazu kommen situative Themen wie Vorschläge für Projekte und Aktivitäten.

Auch im Tagesablauf finden sich die Themen Partizipation und Eigenständigkeit vielseitig wieder: Die Kinder wählen ihre Spielpartner aus und bestimmen selbst Ort und Dauer ihres Spiels. Die Kinder lösen altersgemäß Konflikte eigenständig und finden Kompromisse. Es werden gemeinsam altersgemäß Regeln erarbeitet, die es einzuhalten gilt und die ggfs. gemeinsam geändert werden können. Sie lernen, Absprachen zu treffen und sich daran zu halten. Sie wissen, dass sie jederzeit mit uns kommunizieren können und werden in dem, was sie sagen und tun, ernst genommen. Vorschläge und Wünsche der Kinder werden respektiert und es wird versucht, sie bei der Umsetzung dieser zu unterstützen. Somit können die Kinder an ihren Aufgaben wachsen. Dadurch stärken sie ihre Kommunikationsfähigkeit und ihr Verantwortungsgefühl, indem sie selbstbestimmt wirksam werden können. Die Voraussetzung für eine Mitbestimmung ist, dass alle Beteiligten bereit sind, von- und miteinander zu lernen.

Neben Partizipation und Eigenständigkeit spielen die Rechte der Kinder eine große Rolle.
 


Rechte der Kinder

 

Die meisten Kinder besuchen vor dem Schuleintritt eine Kita oder eine Tagespflegestelle.

Sie erleben zum ersten Mal eine Gemeinschaft mit Menschen außerhalb ihres vertrauten familiären Umfelds und die Möglichkeit, im Miteinander weitere wichtige Erfahrungen zu sammeln.

Im Betreuungs-Alltag erleben sie Vielfalt und erfahren Demokratie. Hier setzt die Demokratiebildung in der Kindertagesbetreuung an.

Kinder haben Rechte

Sie sind - ebenso wie Erwachsene - Grundrechtsträger. Sie haben ein Recht darauf, ihre Persönlichkeit frei zu entfalten, sich eine Meinung zu bilden und diese frei zu äußern oder vor Diskriminierung geschützt zu werden. Kinderrechte konkretisieren sich vor allem in der Rechtstellung von Kindern, wie sie sich aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ergibt. Dies hat schon 1968 in einem Urteil klargestellt, dass auch Kinder Träger subjektiver Rechte sind.

Ein kleiner Überblick über die wichtigsten Rechte der Kinder findet sich hier:

 

(Quelle: Frankfurter Kinderbüro)

 

Mit der Einhaltung dieser Rechte, bieten wir den Kindern in unserer Großtagespflege einen sicheren und geschützten Rahmen, sich frei entfalten zu können, ohne bewertet oder verurteilt zu werden.

 

 

Ernährung

 

Da es uns ein großes Bedürfnis ist, den Kindern eine gute Grundlage für ihren Entdeckergeist zu schaffen, achten wir bei der Ernährung sehr auf einen ausgewogenen und bunten Speiseplan.

Wir bereiten jeden Tag frische Speisen zu und verwenden hierzu BIO-zertifizierte und DEMETER-zertifizierte Zutaten.

Es gibt morgens ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Frühstück bestehend aus frischem Brot mit Aufschnitt, Joghurt, Porridge, Obst und Gemüse. Mittags gibt es eine warme, frisch zubereitete Speise aus unserer Küche. Am Nachmittag bieten wir dann noch eine kleine Mahlzeit, bestehend aus Obst und Gemüse und zuckerfreien Crackern an.

Zu allen Speisen und auch über den ganzen Tag hinweg, reichen wir frischen ungesüßten Tee und Wasser.

 

 

Rolle des Erziehers

 

„Eine unnötige Hilfe ist nur eine Hürde für die Entwicklung.“

 

 

Frei nach dem Motto: „Hilf mir, es selbst zu tun“, haben die Kinder bei uns die Möglichkeit kleine alltägliche Aufgaben zu bewältigen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen zu lernen.

Wenn sie Hilfe benötigen, sind wir selbstverständlich jederzeit für sie da, greifen jedoch nicht vorweg und lassen sie ihre eigenen Erfahrungen mit ihrer Umwelt machen.

Das physische und auch das psychische Wohl der Kinder steht bei uns an erster Stelle, jedes Kind wird als Individuum wahrgenommen und behandelt.

So können wir individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingehen.

 

 

Sprachliche Förderung

 

Die sprachliche Förderung in der Betreuung von U3 Kindern hat einen besonders hohen Stellenwert, da die Grundsteine einer guten sprachlichen Kompetenz in diesem Alter geebnet werden.

Für die Kinder sind wir ein wichtiges Sprachvorbild, durch das die Kinder Sprachregeln unbewusst entdecken und nach und nach selbst anwenden können. Dabei sind ein sprachförderliches Verhalten und die Anwendung von
Sprachbildungsstrategien von besonderer Bedeutung.

 

Die wichtigsten Strategien hierfür werden aus drei Pfeilern zusammengefasst:

 

Gemeinsame Aufmerksamkeit

 

Sie ist notwendige Voraussetzung, um Sprachbildung an einem gemeinsamen Thema stattfinden zu lassen.
wir beobachten genau, was das Kind gerade im Blick hat und passen das Gesprochene darauf an. Unterstützung kann hierbei beispielsweise das Zeigen bieten.

 

Handlungsbegleitendes Sprechen


Wir begleiten unsere eigenen Handlungen und die des Kindes, indem wir sprachlich beschreiben, was gerade passiert.

Dem Kind wird so ein sprachliches Modell angeboten und damit die Entwicklung von Wortschatz und Satzbau unterstützt (z.B. beim Anziehen, beim Wickeln).

Dies ist besonders in der Eingewöhnung sehr wichtig, da wir mit unserer Sprache und der passenden Mimik und Gestik eine Vertrauensbasis schaffen.

 

 

Korrektives Feedback und Erweiterung


Wir greifen fehlerhafte Äußerungen des Kindes in korrekter Form wieder auf. (Bsp.: K: „Da Lea hindefallt.“ KTP: „Oh ja, Lea ist hingefallen.“). Dadurch wird dem Kind eine sprachbezogene Korrektur angeboten, ohne es direkt auf seine Fehler aufmerksam zu machen. Bei der Erweiterung wird die kindliche Äußerung ebenfalls
aufgegriffen und dann erweitert (Bsp.: K: „Mann geht.“ KTP: „Ja genau, der Mann geht auf der Straße.“). Dem Kind werden so zusätzliche Informationen auf einer
höheren Entwicklungsstufe bereitgestellt.

 

 

Die sprachliche Förderung orientiert sich immer am Entwicklungsstand der Kinder.

Hierzu beobachten wir aufmerksam und setzten dort an, wo sich die Kinder in Ihrer persönlichen Entwicklung befinden.

Wir unterstützen und fördern die Kinder durch ständige Kommunikation, das Lesen und Anschauen von Büchern und alltagsintegrierte Sprachbildung.

Diese geschieht in verschiedensten Situationen, z.B. beim Anziehen, beim Essen oder auch auf dem Spielplatz und in vielen anderen täglichen Routinen.

Wir sind für die Kinder Sprachvorbilder und geben immer wieder neue Anreize durch gemeinsames Musizieren und authentischen Austausch zwischen einander.

 

 

Bewegungserziehung und -förderung

 

Kinder lernen sich im Raum zurecht zu finden, sich orientieren zu können.

Durch Krabbeln, Laufen, Springen, etc. wird die Grobmotorik gefördert.

Ein Kind, dass sicher in allen Bewegungsabläufen ist, kann selbstbewusst auftreten und ist bereit neues zu erkunden.

Durch die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten haben die Kinder eine bessere Geschicklichkeit und Unfälle werden vermieden.

Die körperlichen, sprich motorischen Fähigkeiten spielen im Einklang mit den kognitiven Fähigkeiten.

 

Nur ein aktiver Körper hat einen wachen Geist.

 

Somit ist die Verbindung zwischen körperlichen und kognitiven Fähigkeiten besonders wichtig.

Diese passen sich im Laufe der Entwicklung immer wieder aneinander an und werden von uns kontinuierlich durch verschiedenste Aktivitäten gefördert. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, dem sie in unserer GTP nachgehen dürfen. Wir unternehmen viel in der Natur und dort sind die Geschicklichkeiten der Kinder in allen Bereichen gefragt, sowohl in der Grobmotorik z.B. beim Klettern als auch in der Feinmotorik z.B. beim Erlernen des Pinzettengriffs.

 

 

Maßnahmen der Qualitätsentwicklung- und Sicherung

 

Damit uns all dies gelingt, bilden wir uns regelmäßig fort und tauschen uns in Teamsitzungen über die neu erworbenen Kompetenzen und Kenntnisse aus und ergänzen uns somit.

Die Großtagespflege mapa ist zudem Mitglied im Verein KITAG e.V.- Kind in Tagespflege, welcher sich regelmäßig über Neuerungen in der Großtagespflege austauscht, unterstützt und in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und der Politik ist.

 

 

Dokumentation

 

Im Laufe der Zeit werden ihre Kinder künstlerisch aktiv sein, ihre Welt entdecken und wenn sie wollen, mit uns teilen.

Damit auch sie als Eltern daran teilhaben können, dokumentieren wir die Ereignisse, die ihr Kind bei uns in der Großtagespflege erlebt.

Hierbei legen wir großen Wert darauf, die Bildungsprozesse der Kinder schriftlich festzuhalten und zu verfolgen.

Somit gelingt uns eine fachkompetente Einschätzung der Entwicklung der einzelnen Kinder.

 

 

Erziehungspartnerschaft zu den Eltern

 

Ein erster Kontakt mit den Familien findet zunächst in einem persönlichen Erstgespräch in den Räumlichkeiten der GTP statt, bei dem die Familien die Gelegenheit haben sich mit der neuen Umgebung für die Kinder und dem pädagogischen Fachpersonal vertraut zu machen.

 

Ein ständiger Austausch mit Ihnen als Eltern ist uns sehr wichtig.

Denn auch dieser trägt dazu bei, dass wir der Entwicklung ihrer Kinder nicht im Wege stehen.

Wenn ein Kind krank ist oder aus anderen Gründen nicht kommen kann, sollten die Eltern uns bis 8.30 Uhr darüber informieren, damit wir den Tag bestmöglich für alle planen können.

Sollten besondere Ereignisse bei Ihnen zu Hause anstehen (z.B. Hochzeit, Geburt, Umzug, etc.), sind wir dankbar, darüber informiert zu werden.

Aber auch mit Sorgen oder Unsicherheiten dürfen Sie jederzeit zu uns kommen. Hierfür werden wir dann einen gesonderten Termin mit Ihnen abstimmen, da dies keine Gespräche zwischen „Tür und Angel“ sind.

 

Besonderheiten und Änderungen, welche die GTP betreffen, werden den Eltern per Elternpost mitgeteilt.

 

Jedes Jahr feiern wir mit allen Kindern und Eltern die neu in die Großtagespflege mapa kommen, die uns verlassen und denjenigen die uns weiterhin begleiten ein Abschieds- und Willkommensfest, welches sich zum näheren Kennenlernen eignet, zum regen Austausch und zum gemütlichen Beisammensein.

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